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Meine ersten Eindrücke und Erfahrungen

Autor: franzi | Datum: 16 September 2017, 19:10 | 0 Kommentare

Mit diesem Eintrag möchte ich nun meine ersten Eindrücke und Erfahrungen mit euch teilen: Hier sind viele Sachen ganz anders, als ich es jemals gedacht hätte. Ich hatte so viele Vorstellungen, aber man kann sich das alles gar nicht vorstellen, und ich werde es auch gar nicht schaffen, alles so in Worte zu fassen, dass ihr es euch so richtig vorstellen könnt, ich glaube, man muss das einfach selbst gesehen und erlebt haben und ich denke, dass ich noch lange nicht alles gesehen und erlebt habe und noch sehr viele Überraschungen auf mich zukommen werden.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass es sich um meine persönlichen ersten Eindrücke handelt, ich vieles hier einfach noch nicht verstanden habe (z.B. wann jemand einen Witz macht und wann er es Ernst meint) und ich mit dem, was ich hier schreibe nicht meine „in Ho in Ghana ist das so und so“, sondern eher „von Ho in Ghana und den Menschen, die ich bislang getroffen und kennengelernt habe, habe ich bis jetzt das und das wahrgenommen“…ich denke, ihr versteht, was ich meine…

Wir sind hier bereits durch verschiedene Straßen in verschiedenen Stadtteilen gelaufen, mit und ohne Begleitung. Die Straßen wirken zunächst sehr laut und voll mit den ganzen Autos und vor allem Taxis, die dauernd hupen (um zu signalisieren, dass sie einen mitnehmen wollen, um zu warnen, um auf sich aufmerksam zu machen, um zu Grüßen und ich habe das Gefühl: manchmal auch einfach nur so). Man muss sehr aufpassen, wenn man läuft, da nicht überall ein Gehweg vorhanden ist und viele Straßen so Kanalgräben haben, die manchmal nicht richtig abgedeckt sind. Außerdem ist es nicht so einfach, die Straße zu überqueren, weil von überall Autos kommen, sie teilweise neue (eigentlich nicht vorhandene) Spuren aufmachen und Stoppschilder und Vorfahrtsregeln die mir bekannt sind nicht so wirklich einzuhalten scheinen. Ich muss also aktuell immer lieber noch ein zusätzliches Mal gucken, bevor ich auf die Fahrbahn trete, sodass wir schon öfter dort standen und uns gesagt haben: „Na eigentlich hätten wir noch locker gehen können.“ Aber Vorsicht ist ja bekanntlich besser als Nachsicht! Ich denke auch, dass man sich schnell an den Verkehr gewöhnen kann, schließlich laufen hier kleinere Kinder auch schon alleine rum, ohne dass etwas zu passieren scheint.

An den Straßen stehen überall Verkaufsstände, Kioske, Grillbuden und es kommen einen Frauen, Männer und Kinder mit Sachen in der Hand oder auf dem Kopf entgegen. Ich glaube man kann da so ziemlich alles kaufen, von fertig zubereitetem Essen über alles Mögliche an Lebensmitteln, Kleidung und Stoffen bis hin zu Werkzeugen, Uhren, Gürteln, Putzutensilien etc. Es ist wirklich beeindruckend, durch die Straßen zu laufen, weil es überall so viel zu sehen gibt, man gleichzeitig aber auch darauf achten muss, wo man hintritt, wegen der teilweise eher schlechten Wege und dem vielen (Plastik-)Müll, der überall herumfliegt. Ich komme mir beim durch die Straßen laufen manchmal so vor, wie ein kleines Baby, was unbeweglich in einem Maxicosi liegt und die ganze Welt mit den Augen aufzusaugen scheint, weil es überall so viel zu entdecken gibt. Ich werde noch ganz viele Fotos machen, damit ihr euch ein bisschen besser vorstellen könnt, wie es hier aussieht, und wie beeindruckend das Ganze ist.

Wenn man durch die Straßen geht, wird einem andauernd von allen möglichen Menschen „Yevu“ (bedeutet schlauer Hund) nachgerufen. Dieses Wort wird hier für Menschen mit heller Hautfarbe verwendet. Das ist doch sehr irritierend, bei Kindern ist es angenehmer, da kann man lächeln und winken, dann freuen sie sich immer sehr, aber bei erwachsenen Menschen komme ich mir dann doch manchmal wie eine Attraktion vor, für die ich mich selber nicht halte und die ich auch gar nicht sein möchte. Hier muss ich unbedingt noch einen Weg finden, damit umzugehen, wahrscheinlich hilft eine Mischung aus lächeln und winken, „Amegbo“ (Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe, wahrscheinlich falsch geschrieben) zurückrufen (uns wurde gesagt, dass soll man so machen, auch wenn ich es komisch finde, weil ich diese Trennung nach Hautfarbe eigentlich totalen Unsinn finde und nicht unterstützen möchte) und ignorieren. Noch befremdlicher als die „Yevu“-Rufe finde ich allerdings wildfremde Männer, die einen auf der Straße ansprechen, erst sehr freundlich, und dann sehr penetrant werden können, die Handynummer von einem haben möchten, mit einem befreundet sein wollen, oder gleich fragen, ob man sie heiraten möchte. In solchen Situationen bin ich wirklich froh, dass ich nicht alleine durch die Straßen renne, sondern zusammen mit Merlit, das gibt deutlich Sicherheit, auch wenn uns noch keine Situation bislang wirklich bedrohlich vorkam!

Genauso beeindruckend wie die Straßen mit den ganzen Menschen ist hier allerdings auch die Flora und Fauna. Bereits bei der Ankunft ist mir der gigantische Kaktus-Baum an der Toreinfahrt aufgefallen mit seinen vielen Blüten. Der ist wirklich beeindruckend. Dann überall die buntesten Blumen, verschiedensten Palmen und riesige Mangobäume. Neben den ganzen Schafen, Ziegen, Hunden, Katzen und Hühnern, die hier herumlaufen (und wohl irgendwie alle jemandem gehören), finde ich vor allem die Echsen faszinierend. Es gibt hier unzählige Echsenarten in allen erdenklichen Farben und Größen! Ich muss mich unbedingt mal auf die Lauer legen, und ein paar von ihnen fotografieren, allerdings sind sie immer schnell weg, wenn man kommt oder sich bewegt, sodass sich das bislang als nicht ganz einfach entpuppt hat. Aber auch die großen Schmetterlinge, die verschiedenen Vögel (von ganz kleinen bis hin zu Geiern), und auch riesige hässliche Käfer etc. sind beeindruckend. Es ist einfach alles so ganz anders als in Deutschland!

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