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Unser zweiter Ausflug - Monkey-Sanctuary und Kente-Dorf

Autor: franzi | Datum: 01 November 2017, 22:04 | 0 Kommentare

Schon wieder berichte ich euch von einem Ausflug. Ich hoffe, dass dadurch kein falsches Bild entsteht. Viel mehr meiner Zeit hier nehmen eigentlich die Alltags- und Arbeitssituationen ein, aber da sich hier noch vieles im Umschwung (Aufbau einer neuen mobilen Bücherei, Initiierung der Leseförderung in der Schule, etc.) befindet warte ich da noch etwas mit meinen Berichten, aber vielleicht schaffe ich es euch bald schon einmal von unseren Kirchenbesuchen zu berichten…

…also heute wie gesagt noch einmal ein Bericht von einem Ausflug – unserem ersten komplett selbst geplanten und durchgeführten (geglücktem!) Ausflug nach Tafi Atome zum Monkey Sanctuary und Tafi Abuife, einem Weber-Dorf. Aber beginnen wir von vorne…

…wir wollten mal wieder einen Ausflug machen, nachdem der letzte so schön war (ich hoffe ihr habt den Bericht dazu gelesen?). Wir konnten uns nicht wirklich entscheiden, was wir machen wollen und haben lange in unserem Reiseführer herumgeblättert, bevor wir uns dann dazu entschieden haben, zum Monkey-Sanctuary nach Tafi Atome zu fahren. Also machten wir uns am Samstagvormittag auf, ein Trotro Richtung Hohoe zu finden, wobei wir uns nicht sicher waren, ob unser Trotro überhaupt von der Main-Station abfährt. [Trotro = zu einem Kleinbus umgebauter, alter Transporter, der auf den ersten Blick oft nicht sehr vertrauenswürdig aussieht, uns aber bislang überall sicher hingebracht hat, welcher von festen Punkten zwischen Städten feste Routen hin und her pendelt, sobald alle Plätze besetzt sind, wo es also keine festen Abfahrtszeiten gibt.] Dort, an der Main-Station am Markt, angekommen wurden wir jedoch sofort gefragt, wo wir hin wollen und zum richtigen Trotro geführt. Dort hatten wir dann direkt wieder Glück, da das Trotro fast voll war und wir nicht lange warten mussten, bevor es los ging. Unser Trotro hat dann auch wirklich unterwegs in Logba Alekpeti für uns gehalten und uns raus gelassen. Von dort aus sollten wir laut Reiseführer per Motorbike nach Tafi Atome zum Monkey Sanctuary kommen. Und kaum waren wir aus dem Trotro ausgestiegen und hatten uns umgesehen, saßen wir auch schon auf Motorbikes dorthin.

Angekommen waren wir also schon einmal ohne Probleme. Auch hier wurden wir freundlich empfangen, wir haben bezahlt, uns ins Gästebuch eingetragen und wurden von einem Guide zu den Affen geführt. In diesem Monkey Sanctuary, einem Schutzraum für diese Affen, in dem sie jedoch frei und wild leben, existieren wohl über 300 Mona Monkeys in mehreren Familien. Eine Familie davon haben wir dann, angelockt von den mitgebrachten Bananen, kennengelernt. Es war wirklich faszinierend, wie sie von allen Seiten angelaufen, gesprungen und geklettert kamen. Große alte Affen und ganz kleine, die noch von ihrer Mutter getragen wurden. Die Affen sind dann auf ausgestreckte Arme gesprungen, wenn man eine Banane in der Hand hatte. Das war wirklich irre und ich bin aus dem Staunen gar nicht mehr heraus gekommen. Und genauso schnell, wie die Affen angekommen sind, waren sie auch wieder weg, als die Bananen leer waren.

Wir haben uns dann noch unsere klebrigen und dreckigen Hände gewaschen, womit unsere Tour endete. Man wollte uns sofort ein Motorbike rufen, damit wir wieder zurück können. Wir haben dankend abgelehnt und gesagt, dass wir erst noch etwas durchs Dorf laufen wollen und dann nach Tafi Abuife weiter. Man hat uns sofort gesagt, dass Tafi Abuife viel zu weit weg sei, als dass man dahin laufen könnte und man uns auch dafür ein Motorbike rufen würde. Laut Reiseführer gab es allerdings einen ca. 7km langen Fußweg zwischen den Dörfern und da es erst Mittags war, beschlossen wir, dass wir gerne laufen wollen. Sehr freundlich zeigte man uns dann, wo dieser Fußweg beginnt und wir sind los gelaufen. Ca. 2 Stunden haben wir gebraucht bei der Hitze und durch die pralle Mittagssonne, da der Weg nur zwischendurch schattig war. Es war aber trotzdem ganz angenehm, da der Weg zwischen den Dörfern flach verläuft und die Landschaft wunderschön ist. So konnten wir unseren Spaziergang sehr genießen.

Unterwegs habe ich allerdings meine Wasser-Reserven leergetrunken, sodass ich sehr dankbar war, dass wir bei unserer Ankunft in Tafi Abuife direkt Pure Water kaufen konnten. Davon habe ich direkt 2 Pakete getrunken. [Pure Water = Trinkwasser, in Plastikbeuteln mit 500ml Fassungsvermögen eingeschweißt, welches man für 20 Pesewas (4 Cent) an jeder Ecke gekühlt kaufen kann und sich auch in größeren Mengen für ca. 12 Pesewas nach Hause liefern lassen kann.] Man wollte uns dort auch direkt eine Führung andrehen, das haben wir dann jedoch dankend abgelehnt, weil wir das Dorf erst einmal auf eigene Faust erkunden wollten. Das hat nicht ganz funktioniert. Wir wurden von einem der Weber dann in das Besucherhaus geführt, wo einige Produkte aus Kente-Stoffen zum Verkauf ausgestellt sind. Eine Führung sollte 15 Cedi pro Person kosten, was wir dann nicht machen wollten, da wir das Geld lieber in ein Andenken stecken wollten. Der Weber hat uns dann aber doch angeboten, uns rumzuführen, woraufhin wir uns eine kleinere Weberei unter freiem Himmel angeguckt haben. Es ist wirklich beeindruckend, wie geschickt und schnell die Weber diese komplizierten Muster der Kentestoffe weben. Als Andenken habe ich mir eine kleine Tasche gekauft, die ich aktuell als Portemonnaie verwende. Unser Weber wollte dann noch Geld für die Führung haben, wo wir nicht schlecht gestaunt haben, da er ja gar kein Guide war und wir die Fabriken nur von außen gesehen haben. Da er uns aber einiges über das Kente-Weben erzählen konnte, willigten wir ein, ihm jeweils 10 Cedi zu zahlen. Außerdem kümmerte er sich noch um ein Motorbike, was uns zurück zur Ho-Hohoe-Road bringen sollte.

An der Straße angekommen, stand noch eine weitere Frau, die auf ein Trotro nach Ho wartete. Diese Frau wartete wohl schon seit längerer Zeit (1-2 Stunden), aber während die Leute noch diskutierten, ob sie uns nicht mit einem Motorbike nach Ho fahren sollten, hielt schon ein Trotro an, in das wir einsteigen konnten. Was ein Glück! (Unser Mentor sagte uns am nächsten Morgen, dass es gar nicht so einfach sei, ein Trotro zu bekommen, wenn keine Markttage sind und dass er sich Sorgen gemacht habe und dafür gebetet habe, dass wir nicht lange warten müssen und gut wieder zurück kommen – Vielleicht lag es da dran?) Auf jeden Fall möchte ich euch noch erzählen, was die Frau, die gewartet hatte, zu mir sagte, da es mich sehr beeindruckt hat: Sie bedankte sich bei uns, dass wir das Trotro mitgebracht haben und wir nun gemeinsam nach Ho fahren können. Ich habe mich dabei vor mir selbst erschrocken, denn ich habe mich dabei erwischt, dass ich selber an ihrer Stelle vielleicht eher etwas gedacht hätte wie: „ist ja typisch, da stehe ich hier seit Stunden und warte, und dann kommen zwei Weiße und die müssen gar nicht warten und können sofort fahren.“ Diese Frau war aber einfach Dankbar und projezierte ihren Dank auf uns. Vielleicht kann ich mir diese Dankbarkeit, die mir hier in Ghana öfter begegnet, als gutes Beispiel dienen. Weniger aufregen – mehr dankbar sein! Das ist bestimmt eine gesunde Lebenseinstellung!

Zum krönenden Abschluss des Tages haben wir dann auf dem Weg von der Trotro-Station nach Hause noch einen Eisverkäufer gefunden, sodass unser Nachhauseweg mit einem leckeren Eis versüßt wurde. [Eis gibt es hier übrigens auch aus Plastiktüten eingeschweißt, was allerdings sehr praktisch ist, da ein Stiel sehr unpraktisch wäre, wenn das Eis mal etwas antaut…das Fanice (so heißt die üblicherweise verkaufte Marke) gibt es in den Sorten Vanille, Schoko, Erdbeer und Mango, Mango ist meine Lieblingssorte, kostet aber auch 50 Pesewas mehr als die anderen. Und falls sich jemand Sorgen macht, dass man sich an Eis, was mal warm geworden ist den Magen verderben könnte: Ich glaube nicht, dass das schlecht werden kann, das ist dafür ausgelegt, und bis jetzt hat es mir überhaupt nicht geschadet, im Gegenteil.]

Es ist einfach schön, wie hilfsbereit uns viele Menschen hier begegnen. An jeder Stelle unseres Ausfluges waren Menschen, die uns gezeigt haben, wo wir hin müssen, irgendwo hin gebracht haben oder Sachen erklärt haben. Ich bin immer noch begeistert, wie reibungslos das dadurch alles geklappt hat. Insbesondere dafür, dass ich mir vorher so viele Gedanken gemacht habe, ob wir das wohl so alles alleine schaffen können. Nun bin ich wirklich stolz auf uns und freue mich auf die nächsten Abenteuer!

Wie immer gilt: falls noch Fragen zu meinem Ausflug sind, gerne fragen! Es tut mir Leid, dass dieser Beitrag so lang geworden ist, ich hoffe, dass ihr trotzdem Freude beim Lesen hattet. Außerdem hoffe ich, dass ihr die Bilder im Fotoalbum genießen könnt und ein bisschen neidisch werdet , ganz liebe Grüße sende ich euch aus dem warmen Ghana, eure Franzi

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