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Wochenende in Keta

Autor: franzi | Datum: 21 November 2017, 17:37 | 1 Kommentare

Die Wochenenden bieten sich wie bereits erklärt an, um von den Arbeitswochen abschalten und Ghana, bzw. bislang die Volta-Region, die Kultur etc. näher kennenzulernen. So nahm uns (neben Merlit und mir noch die anderen deutschen Freiwilligen Jolina, Frederik und Robin) Joel, ein Neffe des Moderators der E.P. Church (ziemlich wichtiger Mann in der Kirche hier, wenn nicht sogar der wichtigste Mann) vom 3.-5.11. mit zu sich in seinen Heimatort nach Keta, genauer gesagt nach Woe, einem Dorf, welches zu Keta gehört. In Keta wurde an diesem Wochenende das Hogbetsotso-Festival (sprich: Hogbechocho) gefeiert…

…die Planung des Wochenendes hatte Joel (dank der Ortskenntnisse) in die Hand genommen. Er wollte, dass wir in einem „Gästehaus“ in der Nähe von dem Haus seiner Familie in Woe nächtigen, damit wir bei ihm in der Nähe waren. Er hat uns schon etwas vorgewarnt, dass dieses „Gästehaus“ nicht den höchsten Standard habe, nicht besonders viel Platz für fünf Personen biete und insbesondere die Sanitären Anlagen „ein Problem hätten“. Wir haben uns schon auf das Schlimmste gefasst gemacht. Dort angekommen schienen sich unsere Befürchtungen dann auch zu bestätigen. Das „Gästehaus“ war ein Matratzenverleih bestehend aus zwei Räumen, der eine mit einem Eingangs-Tor zur Straße als einziges Fenster und der andere mit einem kleinen Fenster und einer Tür zu einem Innenhof und das Ganze vollgestopft mit Matratzen. Die Sanitären Anlagen wurden uns auch gezeigt. Ein gemauerter Verschlag im Innenhof hinter dem man mit Eimern „duschen“ kann und ein Plumsklo am Ende des Innenhofes. Immerhin gab es genug Matratzen für uns alle und der Preis war wirklich unschlagbar, also stimmten wir (wenn auch zugegeben etwas missmutig) zu, dort zu übernachten. Wir wurden mit Joel ans Meer geschickt, in der Zeit würde man alles für uns herrichten. Und als wir wieder kamen wurden wir wirklich sehr positiv überrascht: Man hatte diese Zimmer wirklich gut für uns hergerichtet! Die Zimmer waren ausgefegt, die Matratzen bezogen, man hat uns Tische und Stühle hineingestellt und im Innenhof bei unserer Hintertür extra eine Regentonne mit Brunnenwasser für uns gefüllt, sodass wir nicht selbst zum Brunnen laufen mussten, wenn wir duschen wollten, sondern dieses Wasser verwenden konnten. Einfach war diese Übernachtungsmöglichkeit natürlich und auch das Plumsklo mit den Kakerlaken in den Abendstunden war für uns eher ungewöhnlich, aber wir hatten sehr nette Gastgeber, die alles für uns gemacht haben, was überhaupt möglich war. Das haben wir spätestens gemerkt, als wir den Schlüssel im Meer verloren haben (fragt nicht!), und uns jemand, der im Innenhof unter einem Dach haust, geholfen hat, den Vermieter anzurufen, der dann ohne zu Murren oder auch nur irgendwie böse zu sein einen Ersatz-Schlüssel gebracht hat.

Zurück zum Meer: Es war unglaublich traumhaft! Von unserer Unterkunft konnte man den Strand in ca. 20-30 Minuten fußläufig erreichen. Am Eingang zum Strand stand ein Leuchtturm (das Cape St. Paul Lighthouse, welches wir an dem Wochenende auch noch bestiegen haben, nachdem wir den Security-Mann lieb um Erlaubnis gefragt haben). Von dort aus ging es durch Sand durch einen Sträucher- und Palmengürtel, bevor sich der helle Sandstrand offenbarte. Was ein Anblick! Ein traumhaft schöner Strand, Fischerboote und das blaue Meer und weit und breit keine Badegäste. Ein Strand (fast) für uns alleine! Am Strand waren wir jeden Tag, Samstag und Sonntag auch zum ausführlichen baden. Das Wasser war herrlich warm. Es war leider immer mal wieder Plastikmüll im Wasser und am Strand, was das Paradies etwas zerstört hat und mich an die „Plastikmüll im Ozean“ Diskussion erinnerte und echt traurig ist! Allerdings muss man dazu sagen, dass das Meer hier nicht dreckiger was, als in Barcelona oder anderen europäischen Stränden auch!

Samstag waren wir dann auch zum Grand Dubar des Hogbetsotso-Festivals. Hier haben alle traditionellen Stämme ihre eigenen „Ernte-Dank-Feste“, je nach ihrer eigenen Traditionsgeschichte. In Ho wird zum Beispiel ganz ähnlich das Yams-Festival gefeiert, das wir auch schon miterleben durften. Grundsätzlich finden zu diesen Festen immer große Straßenparaden statt, überall ist viel laute Musik zu hören. Seinen Höhepunkt finden diese Feste dann in einem Grand Dubar (einer Fest-Zeromonie, auf einer großen Wiese, wo alle Stämme und Stammesvorsitzenden in Traditionellen bunten Gewändern zusammenkommen, tanzen, trommeln, Reden halten etc.) findet. Um das zentrale Festgelände herum gab es ganz viele Verkaufsstände für Essen, traditionellen Schmuck, Stoffe etc. In Keta fand dann Abends am dortigen zentralen Strand noch eine große Feier mit vielen Essenständen und Konzerten von den bekanntesten ghanaischen Interpreten statt. Wir haben uns jedoch lediglich etwas zu Essen besorgt und am Strand genossen, da wir nicht so wirklich Ahnung hatten, was das für Konzerte sind und ob es sich lohnen würde, dafür Eintritt zu zahlen. Diese traditionellen Feste sind insgesamt schon sehr beeindruckend und zeigen einem viel von der Kultur, die doch im alltäglichen Leben oft nicht mehr ganz so herauszukommen scheint.

Sonntags waren wir dann noch nach einem ausführlichen Badetag am Strand mit Joel zur landeinwärts liegenden Lagune gegangen, die als größte Lagune Ghanas auch wirklich beeindruckend ist!

Dieses wunderbare Wochenende schloss dann mit einer kuscheligen Autofahrt zurück nach Ho ab: Der Fahrer, 5 deutsche Freiwillige, Joel, der Rollstuhl von Robin, ein paar Essensvorräte für Joels Familie hier hin Ho (u.a. ein großer Korb Tomaten) und eine Ziege in einem Kleinwagen. Unvorstellbar, aber es passte!

Entschuldigt bitte, dass dieser Eintrag erst so spät gekommen ist. Aber ich habe in letzter Zeit nicht so viel Zeit zum Schreiben gefunden und musste auch noch den Rundbrief an meine Unterstützer fertig schreiben. Da drin habe ich von meinem normalen Alltag in Ho berichtet, sobald er von der VEM abgesegnet und exklusiv mit Fotos an meine Unterstützer gesendet ist, werde ich ihn euch aber auch hier hochladen, da ich denke, dass ihr euch auch alle dafür interessieren werdet, was ich so im Alltag mache….

...vielen Dank, dass ihr immer noch so fleißig von meinen kleinen und größeren Abenteuern lest und an mich denkt! Ganz liebe Grüße,

eure Franzi

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Kommentare

  1. 1. Kerstin  |  25 November 2017, 19:55

    Liebe Franzi,
    danke für deine interessanten Berichte! Schön, dass wir an deiner Zeit in Ghana teilnehmen dürfen! Ich warte immer ganz gespannt auf deine Berichte und Fotos.
    Viele liebe Grüße aus deiner kalten Heimat
    Kerstin

 

 

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